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Interessanter Einstieg

Aus dem Abstand betrachtet, hatten wir heute einen interessanten Einstieg… Aus dem Abstand… In der Realität jedoch eher eine Fülle an Eindrücken und ein Wechselbad der Gefühle…

Zwei Begegnungen von heute: ein erster Besuch bei ‎Wonderworkshop. Ein Projekt für Menschen mit Behinderung , die Kunstobjekte aus Recyclingmaterial herstellen. Spannend! Und echt viele sehr schöne Objekte, die von Touristen und ausländischen Firmen gekauft werden.

Kunstobjekt des Wonderworkshops

Kunstobjekt des Wonderworkshops

Die zweite Begegnung mit den Schwestern in Luhanga war noch aufregender. Schon auf dem Weg nach Luhanga‎ wurde klar, warum der neue Präsident von Tansania auch der Bulldozer genannt wird. Ganze Viertel in den Überschwemmungsgebieten wurden platt gemacht, Müll und ein paar Trümmer sind von den Häusern übrig geblieben. Magufuli, der neue Präsident, mit Spitznamen „Bulldozer“ macht seinem Namen alle Ehre. Lange wussten sie schon, dass sie im Überschwemmungsgebiet illegal siedeln. Doch niemand hat geglaubt, dass die Drohungen ernst gemacht werden. Keiner hat mit Magufuli gerechnet.

Nun leben die Menschen, die nicht bei ihren Familien untergekommen sind, auf der Straße. Zurück scheinen sie im Moment nicht zu können, neue Häuser können sie nicht bauen, Wohnungen zu mieten ist für diese Menschen finanziell undenkbar… Jetzt sind sie Vertriebene im eigenen Land… Opfer der Klimaveränderung???

In Luhanga erfahren wir dann, dass ihnen diese Herausforderungen noch bevorstehen. Die Regierung hat die Menschen in Luhanga ‎informiert, dass auch sie dieses Gebiet verlassen müssen. Es scheint so, dass das Schwesternhaus ebenso betroffen ist. Nun brauchen wir wohl doch den Plan B. Die Schwestern wollen so lange wie möglich mit den Menschen in dieser Situation solidarisch leben. Und trotzdem müssen wir langfristig nach anderen Lösungen suchen.

So schnell sind wir angekommen in der tansanischen Realität.