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Bilder

Blick aus dem Muhimbili-Hospital

„So viele Bilder schwirren in meinem Kopf hin und her“, meinte Sr. Ruth beim Gute-Nacht-Sagen. Bilder, Eindrücke, Begegnungen des heutigen Tages. Wir drei „Landeier“ aus Untermarchtal waren gleich heute Morgen in der Stadt zum Geldwechseln. Allein die Suche nach der günstigsten Wechselstube ist immer ein besonderes Erlebnis. Zuvor standen wir schon das erste Mal heute im Stau, da der Präsident scheinbar zur gleichen Zeit in sein Büro fahren wollte. Dazu wird hier kurzerhand einfach die Straße gesperrt, der Rest, der große Rest kann warten.

Anschließend fuhren wir nach Luhanga zu unseren Schwestern. Schon die Fahrt dorthin ist voller Kontraste… heraus aus der City werden die Wellblechhütten immer häufiger und die Kochstellen auf drei Steinen zwischen Pfützen und Müllbergen häufiger. In Luhanga trafen wir vier fröhliche Schwestern, die uns begeistert von ihrem Leben in diesem Viertel inmitten der armen Leute erzählten.

Und dann standen wir wieder im Stau. Dieses Mal auf dem Weg ins Universitätskrankenhaus um eine Schwester zu besuchen. Schwester Deogratia hat wohl einen Bandscheibenvorfall und konnte in Mbinga nicht behandelt werden. Wir finden sie in einem ganz modernen Krankenhausgebäude, zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick wundert man sich dann über die Dinge, die noch gar nicht fertig sind und die Dinge, die schon wieder kaputt sind… Sr. Deogratia liegt im Bett Nr. 18… völlig überrascht waren wir, als wir verstanden, dass das Bett Nr. 18, das Bett Nr. 18 und nicht das Zimmer Nr. 18 ist und das Bett Nr. 18 noch lange nicht das letzte Bett in einem großen Saal ist. Wir kamen zur offiziellen Besuchszeit an und da jede der Patientinnen zwischen fünf und acht, manchmal sogar zehn Besucher empfing, ging es entsprechend in diesem Saal zu. Mindestens dreimal am Tag fahren die Schwestern von Luhanga ins Krankenhaus, um Sr. Deogratia das Essen zu bringen und sie zu waschen, zur Toilette zu begleiten, etc. Wir haben heute für die Strecke länger als 30 Minuten gebraucht. Und wir sind mit dem Auto gefahren, eine Fahrt mit dem Daladala, wie es die Schwestern tun, dauert sicher länger und ist bedeutend ungemütlicher.

Die Selbstverständlichkeit mit der Schwester Deogratia versorgt wird und die Geduld, mit der sie die Situation erträgt, schwirren nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen…