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Nach Mbinga – mit den Flügeln des Kilimanjaros

Gut bin ich in Mbinga angekommen – auf den Flügeln des Kilimanjaros, so wirbt die tansanische Fluglinie auf ihren Flugzeugen, mit der nun Songea bequemer und vor allem viel billiger als früher zu erreichen ist. Wieder einmal überrascht mich die tansanische Gastfreundschaft.

Denn nachdem die dritte Schwester gesagt hatte, dass es heute das erste Mal richtig geregnet hat und ich also mit dem Regen kam, habe ich nachgefragt, ob das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen sei. Sie hat mich völlig ungläubig angeschaut. So von wegen, wie kann man nur so eine dumme Frage stellen. „Ein gutes Zeichen! Natürlich! Wir warten schon sooo lange auf Regen“ war die Antwort. Ich erkläre, dass es in Deutschland genau umgekehrt ist. In Deutschland sagen wir manchmal, wenn wir uns freuen: „mit Dir kam die Sonne“ oder „mit Dir ging die Sonne auf“, aber vom Regen zu sprechen, das wäre bei uns doch schon fast unverschämt. Ja, gut, dass ich nachgefragt habe, sonst könnte ich mich nicht über das Kompliment freuen!

Und es ist verständlich, denn nachdem nun der erste Regen kam, herrscht überall eine andere Stimmung. Irgendwie aufgeregt, voller Aktivität und Bewegung – völlig anders als im Moment in Deutschland. Sr. Kaja geht mit ihren Schülerinnen, sobald sie morgens irgendwelche Tests geschrieben haben, aufs Feld, denn jetzt muss gesät werden. Wenn man übers Land fährt, fallen die vielen Kinder und Jugendlichen auf, die während der Schulzeit nicht in der Schule sind, sondern auf dem Weg – vermutlich zum Feld. Im Health Center bei Sr. Avelina sind weniger Patienten als sonst. Auf meine Frage nach den Gründen, merke ich sofort, dass auch das eine typische „Wazungu/Europäer“-Frage war. Die Regenzeit hat begonnen, Alle müssen aufs Feld – davor schützt auch keine Krankheit! Denn was jetzt nicht gesät wird, kann auch nicht geerntet werden. Und die Freude am Regen ist wirklich überall zu spüren!