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Leben in der Bude

„Wer zeigt mir sein neues Zimmer?“ Sofort schnappt Luisa meine Hand und rennt los. Jeder will als erster das neue Zimmer zeigen. Sie scheinen mächtig stolz zu sein, die Kinder von St. Katharina, die vor einigen Wochen nach Lusonga in ein neues, größeres Haus eingezogen sind. Noch sieht alles ein wenig unbewohnt aus. Es fehlt noch an allen Ecken, aber das Leben spielt sich auch hier wieder im Innenhof ab. Gut, dass der jetzt groß genug ist.

Alle sind sie ein Stück gewachsen, aus dem schmächtigen Baby Annett, dem wir im März noch nicht viele Überlebenschancen gaben, ist ein kleiner Wonneproppen im rosa Rüschenkleidchen geworden. Alfa und Georgie wollten unbedingt ein ausgiebiges Fotoshooting (siehe Bild) und Evans zerriss gleich mal meine Professkette und wollte unbedingt meine Brille ausprobieren. Blandina dagegen klaute mir die Schuhe und meinte sie muss mit Schuhgröße 41 über den Innenhof stolzieren – sie kam nicht weit. Also, einfach Leben in der Bude im Waisenheim St. Katharina mit inzwischen 24 kleinen Kindern.

Kurz zuvor waren wir in St. Loreto. Dort stellte Sr. Gertrud uns die Kinder vor, die gerade von verschiedenen Operationen aus Dar es Salaam zurück kamen und die Kinder, die inzwischen aus ihren Prothesen herausgewachsen sind oder deren Beinprothesen, zum Beispiel das letzte Fussballspiel nicht heil überstanden haben. Naja, Prothesen sind eben wie Schuhe, sie wachsen nicht mit. Bei Kindern im Alter zwischen 7 und 14 Jahren ein echtes Problem. Vor allem dann, wenn nur in Dar es Salaam stabile Prothesen hergestellt werden können. Nur gut, dass sich Sr. Gertrud um diese Kinder angenommen hat.

Leben in der Bude (2)

  1. Heiko Sigg

    Liebe Schwester Anna-Luisa,
    schön, von Euch zu lesen…
    Freue mich, dass es Euch gut geht und anscheinend alles auch recht gut läuft.
    Ich drücke Euch weiter die Daumen und lese gespannt weiter den Blog.

    Liebe Grüße aus Untermarchtal an Alle
    der Heiko

  2. Eberhard Scheffold

    Liebe Sr. Anna-Luisa,

    Schön mal wieder was von Alfa, Georgie, Evans und den anderen zu hören und zu sehen. Von Gabu müssen sie unbedingt noch ein Bild machen. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Wir würden gerne nochmal zu Besuch kommen.

    Viele Grüße aus Warthausen

    Eberhard und Benedikta Scheffold

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