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Die erste Profess in der Sub-Region

Während am Freitag eher bescheidener und im kleinen Rahmen gefeiert wurde, kam es am Samstag zum großen Fest. Sr. Helen und Sr. Rose legten ihre Gelübde ab und wurden damit Mitglied der Sub-Region und unserer Kongregation. In einer Prozession, die wegen einem heftigen Regenguss etwas kleiner als gewünscht ausfiel, wurden die beiden in die sogenannte „Kathedrale des Vikariats Nekemte“ geleitet. Mit dem Rottenburger Dom sind wir ja nicht wirklich verwöhnt, aber die Kathedrale in Nekemte gleicht doch auch eher einer mittleren Dorfkirche. Bei einer Katholikenzahl von weniger als 1 Prozent in Äthiopien ist das kein Wunder.

Vor dem Altar angekommen, segneten die Eltern der beiden Schwestern ihre Töchter und übergaben sie damit auch der Kongregation. Ein sehr berührender Moment…

Nach einem sehr schönen Gottesdienst wurden alle Besucher zu Kaffee und Brot in die Gemeindehalle gebeten und anschließend fuhren alle eingeladenen Gäste ins Schwesternhaus. Dort wurde in vielen Töpfen traditionelle äthiopische Gerichte aufgetischt. Außer in der Kapelle und in den Schwesternschlafzimmern waren überall Bänke aufgestellt. Mit dem Teller auf dem Schoß fanden den ganzen Nachmittag Gäste einen Platz. Ab und zu mussten Teller nachgespült werden, Besteck brauchte – außer uns – so gut wie niemand. Zu trinken gab es neben Wasser und Soda auch eine Art Met oder Honigwein mit einem geringen Alkoholanteil. Wenn die Gäste satt waren und gratuliert hatten, machten sie sich auch bald wieder auf den Heimweg. Immerhin ist Regenzeit und jeder ist froh, heil heim zu kommen. Und außerdem gab es auf diese Weise auch immer Platz für nachkommende Gäste.

Am Abend hätten sich dann ein ganzer Stall voll Hühner von den Resten auf dem Fußboden satt essen können. Doch dann wurde erst noch einem im Kreis der Schwestern gefeiert und getanzt. UndSr. Helen und Sr. Rose gingen sehr glücklich an diesem Abend zu Bett.