About Sr. Anna-Luisa

Pole za safari

„Pole za Safari“ sagen die Tansanier und drücken damit ihr Mitleid aus für die Strapazen einer überstandenen Reise. Genau das haben wir nach den letzten zwei Tagen nötig! Wie viel mehr noch unser Fahrer!

17 Stunden waren wir am Samstag unterwegs um dann bei der Zufahrt zum Seminarhaus der Vinzentiner in Morogoro, wo wir übernachteten noch kurz im Schlamm stecken zu bleiben. Aber auch diese Herausforderung hat unser Driver Josef bewältigt. Getröstet hat uns die Aussicht, dass wir am ersten Tag das größte Stück der Reise bewältigt haben und wir uns am 2. Tag nur noch durch den Stau in Richtung Dar es Salaam quälen müssen.

Aber dass es dann so heftig kam, hat uns doch überrascht. Gott sei Dank waren wir früh aufgebrochen. Unsere Pläne für den Tag in Dar es Salaam mussten wir jedoch mindestens dreimal anpassen. Die ganze Stadt schien irgendwie verstopft. Doch irgendwie gelang es uns dann doch noch, den Provinzial der indischen Vinzentiner zu treffen und über die zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen. Bischof Varghese erreichte noch sein Flugzeug und Sr. Janeth und Sr. Ernesta fuhren, während wir auf den Provinzial am Flughafen warteten, nach Luhanga um ihre Pässe abzuholen und die schwerkranke Sr. Deogratia zu besuchen.

Als wir uns wieder in Kurasini trafen, war unsere erste Handlung ein Blick in die Pässe. Tatsächlich die Visa sind drin. Wir können gemeinsam nach Deutschland fliegen!

Untermachtal – wir kommen!

Viel passiert

Inzwischen ist viel passiert! Wir haben gefeiert (und wie!!!), viel gesungen, gebetet, getagt, diskutiert, kurz- und langfristige Ziele festgelegt und immer wieder gelacht. Es war eine kurze, aber gefüllte Zeit. Und wir hatten dabei richtig Freude miteinander und aneinander und vor allem an unserem Charisma – sogar dann als wir uns im Finanzbericht hunderte von Zahlen einfach nur anhören mussten. Auf jeden Fall ist die Premiere gelungen. Auch dank der guten Vorbereitungen. Das erste Regionalkapitel mit zwei Sitzungsperioden ist heute Nachmittag, früher als erwartet, zu Ende gegangen und wir konnten den Nachmittag noch zu einem kurzen Besuch bei den Kindern in St. Katharina nutzen.

Morgen brechen wir auf Richtung Deutschland. Sr. Janeth, Sr. Ernesta und Father Binoy aus Tansania begleiten uns. Dort geht unser Sitzungsmarathon weiter. Workshops zu unseren neuen Konstitutionen und ein Treffen mit den Delegierten des Generalkapitels folgen. In Dubai, wo wir am Sonntag zwischenlanden, wollten wir eigentlich Sr. Sara und Sr. Martha aus Äthiopien treffen und gemeinsam mit ihnen nach Deutschland fliegen. Doch das sieht schlecht aus. Bis jetzt haben die Schwestern kein Besuchervisum erhalten. Puh, das wird immer komplizierter. Immer wieder neue Dokumente und Papiere zur Absicherung ihrer Rückkehr mussten die Schwestern bringen. Immer wieder hat etwas gefehlt oder war nicht korrekt. Jetzt schient nur noch ein Wunder zu helfen.

Investoren gesucht!

Seit einiger Zeit sind wir in Gesprächen zu einem „ganz anderen“ Großprojekt. Dank eines Energieeinspeisegesetz ähnlich wie in Deutschland eröffnen sich in Tansania die Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren. Hier in der Ruvumaregion eignet sich Wasserenergie in besonderer Weise dazu. Deshalb sind wir in Gesprächen über den Bau eines Wasserkraftwerks, dass es den Schwestern nach der Fertigstellung und der Rückzahlung der Darlehen ermöglichen wird, die eigenen sozial-caritativen Großprojekte wie das Waisenheim St. Katharina oder das Hospital St. Vinzenz-Kihaha langfristig zu unterstützen.

Die Benediktinerinnen von Chipole machen bereits seit einigen Jahren gute Erfahrungen mit einem großen Wasserkraftwerk in Tulila. Nun sind wir in den Planungen für ein kleineres Wasserkraftwerk in Lipilipili. Für uns immer noch ein riesiges Projekt. Gestern waren wir in Tulila, um mit dem Schweizer Initiator und den Schwestern ins Gespräch zu kommen und weitere Schritte zu planen. Mitten im Nirgendwo trafen wir auf diesen Staudamm mit einem Generatorenhaus mit zwei Turbinen und einer Gesamtleistung von 5 MW. Allein die Vorstellung, wie diese Turbinen samt Equipment auf den unbefestigten Wegen über die notdürftigen Brücken nach Tulila kamen, verlangt unseren ganzen Respekt.

Die Credit Suisse und die Schweizer Risikoversicherungsgesellschaft wären auch bei unserm Projekt mit im Boot.  Die verantwortlichen Firmen und Dienstleister aus dem Tulilaprojekt werden ihre gemachten Erfahrungen in das neue Projekt einbringen. Jetzt fehlen uns „nur“ noch die Investoren!

Wer weiß, wer alles diesen Blog liest… vielleicht ist ja auch jemand mit Interesse an dieser Art der Unterstützung dabei???  Unsere Kontaktdaten haben Sie ja!

Sonntag in Mbinga – Tag des Herrn

Ein richtiger Sonntag… wie schön. Überall kommen und gehen Menschen in unterschiedliche Gottesdienste, nehmen sich Zeit für Gott und für Besuche bei Freunden… und das funktioniert auch ohne gesetzliche vorgeschriebene Ladenöffnungszeiten o.ä. Natürlich kann man sonntags in Mbinga einkaufen, sonntags und freitags… je nach Konfession hat der eine Händler am Freitag ein paar Stunden geschlossen, ein anderer hat dafür offen und schließt stattdessen sonntags. Religiöse Koexistenz auf tansanisch…

Wir hatten heute Zeit für Begegnungen. Nach dem Gottesdienst und einem kurzen Besuch in der VTC Berufsschule St. Monica (siehe Bild) luden uns eine Gruppe Menschen mit Hörschädigungen zum Tee ein. Sie treffen sich auf jeden Fall sonntags nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Alois, der seit Kurzem von Sr. Avelina und einer jungen Lehrerin in Gebärdensprache übersetzt wird, zum Tee und am späten Nachmittag zum Fussballspielen und nennen sich Gruppe der Menschen mit Hörschädigungen des hl. Vinzenz. Es war eine Begegnung voller Entgegenkommen, Offenheit und Freude. Immer wieder haben sie betont, wie unser Besuch diesen Tag zu einem gesegneten Tag macht, denn Gäste sind ein großer Segen, ganz besonders wenn sie so einen weiten Weg auf sich genommen haben. Und sie haben nur einen Wunsch, so ihr Sprecher, sie wollen so gerne sich mit Menschen mit Hörschädigung aus unserer Heimat verbinden, denn Verbundenheit wäre eine Stärke, die sie mit ihrem Handicap besonders brauchen. Wie immer waren wir die Beschenkten, als wir uns verabschiedeten.

Am Nachmittag war dann Zeit zum Nachmittagskaffeebesuch bei zwei indischen Ordensschwestern, die gegenüber wohnen. Auch hier waren wir beeindruckt, wie froh und stolz sie für uns lauter Spezialitäten aus Indien zubereitet hatten. Nach einem ersten Kennenlernen öffneten die leckeren Süßigkeiten uns schnell für ernste Gespräche über die Herausforderungen des Ordenslebens in unterschiedlichen Kulturen, die uns sicher noch einige Zeit beschäftigen werden.

Ein schöner Tag geht zu Ende – Sonntag –  Tag des Herrn.

Einmal quer übers Land geflogen

Früh am Morgen ging es auf den Flughafen nach Dar es Salaam und von dort quer übers Land nach Mbeya an der Grenze zu Sambia. Als wir an die Flugbuchung gingen, war der Flughafen in Songea vollständig gesperrt. Dort wird die Landebahn verlängert. Gott sei Dank, muss ich ehrlicherweise sagen, denn die größere Maschine, die seit einem Jahr geflogen ist, kam immer erst kurz vor der Grasnarbe zu stehen und manche der Schlaglöcher waren bei Regen kleiner Seen. Kurzfristig zerstörte diese Baumaßnahmen zwar unsere Reiseplanung, langfristig ist diese Aktion aber sicher zu unserer Sicherheit! Also, wählten wir als Alternative den Flug nach Mbeya im Wissen, dass es ein anstrengender Tag mit einer langen Autofahrt wird. Kurz vor Reiseantritt erfuhren wir dann, dass die kleine Cessna Songea dreimal in der Woche anfliegt, aber da war es schon zu spät. Ich war nicht traurig, dass mir dieser Höllentrip erspart blieb. Unsere lange Autofahrt verlief dann auch ganz gut und sicher, durch eine herrliche, sich immer wieder verändernde Landschaft. Glücklich und dankbar kamen wir gegen 21 Uhr in Mbinga an.

Stippvisite in Segerea

Seit August 2016 leben Sr. Gemma und Sr. Hilaria nun in der Segerea, einem Vorort von Dar es Salaam. Sr. Gemma baut dort gerade eine Englisch-Medium-Primary School auf und Sr. Hilaria arbeitet in der Sakristei der riesengroßen Pfarrkirche und als Katechistin. Seit einigen Monaten werden sie von Sr. Restituta unterstützt. Inzwischen ist das Haus auch fast vollständig eingerichtet und es wirkt wirklich so, als wären die Schwestern nach vielen Anfangsschwierigkeiten angekommen. Sr. Gemma freut sich riesig, dass nun in einem außergewöhnlichen raschen Tempo die Schule gebaut wird. Im Erdgesch0ss unterrichtet sie schon, während im ersten Stock gerade mal der Rohbau fertig ist. Unterrichtet wird in englischer Sprache, nur in Religion lernen die Kinder die Gebete in ihrer Muttersprache und dann gibt es natürlich noch das Fach Kisuaheli. Ab nächste Woche muss die Kirche schon wieder saniert und vergrößert werden. Dann fällt während der Bauarbeiten der Raum für den Kindergottesdienst weg. Das bedeutet, dass am Sonntag vier Messen stattfinden. Viermal wird die Kirche voll sein, so Sr. Hilaria. Sr. Restituta, die aus Matamba, einer Diasporagemeinde, nach Dar es Salaam kam, ist hoch erfreut über diese lebendige Gemeinde. Auf dem Bild eine von vielen Kindergruppen, die sich auf die Abendmesse vorbereitet.

Nehmt Neuland unter den Pflug

Während in Untermarchtal alle Zeichen Richtung Jugendtag stehen, die Vorbereitungen in vollem Gange sind und sich erste Sternwallfahrtsgruppen schon auf den Weg Richtung Untermarchtal machen, sitzen Sr. Elisabeth und ich auf dem Münchner Flughafen und warten auf unseren Flug nach Dar es Salaam über Dubai. Im Laufe des Nachmittags werden wir voraussichtlich in Dar es Salaam ankommen.

„Nehmt Neuland unter den Pflug“ das Thema des diesjährigen Jugendtags wird für uns auf eine etwas andere Weise konkret. Wir fliegen zur zweiten Sitzungsetappe des ersten tansanischen Regionalkapitels. Sehr spannend -für uns! Die Vorbereitung lag weitgehend in den Händen des neuen Regionalrats. Neuland für alle Beteiligten. Wir werden uns also überraschen lassen. Doch der Pfingstgeist reist mit!

Hapa kazi tu (2)

Inzwischen sind wir im zweiten Workshop. Dieses Mal geht es vor allem um die aktuelle Situation der neuen Regionalleitung. Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Pflichten und Rechte werden diskutiert, Rollenbeschreibungen und Abläufe festgelegt – und dann wagen wir immer wieder einen Blick in die Zukunft, schauen auf die zukünftige Provinz. Alles sehr spannend und trotz den vielen Herausforderungen, gehen die Schwester richtig mutig und engagiert ins Morgen. Morgen geht es dann weiter und wir werden konkrete Schritte für die nächsten sechs Jahren vorbereiten.

54 Jahre „in der Mission“

So viele Menschen bei einer Beerdigung, unglaublich! 54 Jahre war Bruder Polykarp in Peramiho. Er sprach Kingoni wie ein Ngoni. Kingoni ist der Dialekt der Volksgruppe der Ngoni, die in der Nähe von Peramiho lebt. Auf der Fahrt zur Beerdigung nach Peramiho berichten die Schwestern mir schon voller Bewunderung, wie gut Bruder Polykarp singen und tanzen konnte. Vor allem aber waren sie völlig beeindruckt, dass er trommeln konnte wie ein Ngoni. Er hatte zwei Musik- und Tanzgruppen gegründet, eine davon begleitet nun seinen Sarg ans Grab. Eine spannende Mischung entstand, Wangoni-Tanzrhythmen mit benediktinischen Gesängen.

Vielleicht ein gutes Symbol für das Leben von Bruder Polykarp, das hier in Tansania seine Erfüllung fand.

 

„Hapa kazi tu“

„Hapa kazi tu“ ist der Wahlspruch des aktuellen Präsidenten Magufuli. Mit „Hier ist nur Arbeit“ versucht er, die Menschen zur Arbeit zu motivieren. Unsere letzten Tage standen auch unter diesem Motto. Ein Besuch in Mikalanga, um die neuen Partnerschaftsprojekte vorzubereiten und uns das frisch sanierte Schwesternhaus anzuschauen, ansonsten geht jede und jeder von uns nach dem Frühstück speziellen Aufgaben nach. Florian arbeitet mit Sr. Martina und Sr. Adela weiter am Aufbau der Verwaltung, Kerstin bereitet mit unterschiedlichen Schwestern die Anträge bzw. Reports der Kleinprojekte vor, Sr. Hanna Maria wertet die Workshops aus, fasst die Ergebnisse zusammen und dazwischen sind immer wieder Gespräche, kommen Gäste, Partner und stehen kleine Spaziergänge in die Umgebung auf dem Programm. Zwischendrin werden wir dann durch den Zuruf einer Schwester oder eines Mitarbeiters mit „Hapa kazi tu“ – mit einer leicht ironischen Färbung – ermuntert.