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Am Mittagstisch

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Ein beliebtes Thema beim Mittagessen ist immer wieder „Ugali“, Hauptnahrungsmittel und Leibspeise vieler Tansanier. Ein Brei, meist aus Maismehl, der meinen Gaumen keine großen Geschmacksexplosionen erleben lässt. Aber Geschmäcker sind bekanntlich ja unterschiedlich.

Gestern bei Tisch ging es dann um die enormen Preissteigerungen für bestimmte Nahrungsmittel. Maismehl, das wirklich in keinem Haushalt in Tansania fehlen darf, ist bald teurer als Reis, eigentlich eher ein Luxusgut, das es zu Festen gibt. Und wenn es so weiter geht, zahlt man für Bohnen bald das Selbe wie für Fleisch. So erzählen die Leute aus der Stadt. Diese Preissteigerung – ein Ausdruck der Nahrungsmittelkrise in Ostafrika.

Aber auch die Menschen auf dem Land sind betroffen. Im Süden Tansanias hat es eigentlich ausreichend geregnet, der Mais steht gut – und doch haben die Leute Hunger. Aufgrund der guten Preise kommen die Zwischenhändler direkt ans Feld gefahren und kaufen den Leuten den Mais ab. Bei der Ernte – vom Feld weg! Die Leute brauchen das Geld oft so dringend für  Schulgeld und Medikamente und verkaufen deshalb. Doch dann stellt sich heraus, dass der Mais nicht ausreicht, die eigene  Familie zu ernähren. Auch das ein Ausdruck der Nahrungsmittelkrise und des Weltmarkts mit seinen eigenen Gesetzen. Oder wie in Lipilipili dort wurde eine neue ertragreiche Sorte angebaut, die dann aber meist schon nach wenigen Monaten zu faulen beginnt. Neues Saatgut mit großen Versprechungen –  keine Ahnung, wer daran verdient. Doch sicher nicht die Menschen hier in Tansania.