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Alltag! Zumindest ein wenig…

lundumato

Nun ist heute plötzlich wieder Alltag, soweit man unsere Visitationsreise als Alltag bezeichnen kann. Heute stand der Besuch in Lundumato auf unserer Tagesordnung. In den letzten Jahren habe ich die Strecke immer ein wenig gefürchtet. In der Regenzeit war sie oft unpassierbar, einmal sind wir auf halber Strecke hängen geblieben. Doch heute bestätigte sich eines der vielen Gerüchte… tatsächlich wird aus der Katastrophenpiste durch die Berge eine asphaltierte Straße, mit EU-Mitteln, wie uns viele Schilder unterwegs verkündeten. Scheinbar wurden im Dorf hinter Lundumato irgendwelche Bodenschätze gefunden. Unsere Infos gehen von Aluminium über Gold zu Uran… Welche Veränderung dieser Bau mit sich bringen wird, wird sich zeigen. Im Moment freuen sich vor allem die Kinder an der Abwechslung und den großen Fahrzeugen. Und wie überall auf der Welt wird der Bagger bestaunt.

Wir treffen in Lundumato einen fröhlichen Konvent mit vier Schwestern an, die uns ganz genau die Herausforderungen der Menschen in Lundumato beschreiben können, die aber auch gleichzeitig betonen, dass sie gerne an diesem Ort sind. Schwester Pendo erzählt von den Kindern im Kindergarten, die oft bei der Essensausgabe um 12 Uhr Mittag noch nüchtern sind. In vielen Familien, in dieser armen und unfruchtbaren Gegend reicht es nicht für mehr als eine Mahlzeit am Tag. Schwester Bakhita hat nach wie vor Probleme in der Dispensary, da sich die meisten Patienten die Medikamente nicht leisten können und sie bringt uns zu zwei Frauen, die am heutigen Tag beide ihr achtes Kind geboren haben. Schwester Clementina beschreibt, wie sie versucht, ihr Wissen über Landwirtschaft und Anbaumethoden den Frauen von Lundumato zu vermitteln. Nachdenklich fahren wir wieder zurück, ob die Menschen von Lundumato wohl von der Straße und dem Abbau von Bodenschätzen profitieren werden.