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Äthiopien

Für eine Woche bin ich nun in Äthiopien, das fünfte Mal jetzt. Und immer noch bin ich völlig verwirrt und schaffe es nicht, meine Eindrücke zu einem Bild zusammen zu puzzlen.

In den letzten Wochen sind ausnahmsweise auch in Deutschland Nachrichten von Hungersnöten und Aufständen aus Äthiopien angekommen, neben den vielen Erfolgsmeldungen über das Wirtschaftswachstum und die erste Straßenbahn Afrikas. Neue Puzzleteile in meinem Kopf.

Und bei der Fahrt vom Flughafen zum Schwesternhaus auf dem Gelände der Diözese Nekemte hier in Addis kamen dann ganz neue Bilder hinzu. Es war früher Morgen und noch wenig Verkehr. Und unser Fahrer hielt vorbildlich an den neuen Ampelanlagen mit Sekundenanzeige für die Rotphase, die neuen Kreisel in der Nähe des Flughafens haben irgendwelche monumentalen Wahrzeichen erhalten und es wurden einige hypermoderne Hochhäuser fertig gestellt. Aber schon nach wenigen hundert Meter waren statt Skulpturen schlafende, nur mit einem Mantel oder Pappe bedeckte Menschen zu sehen, liefen uns Kolonnen von Frauen mit riesigen Lasten auf dem Rücken entgegen und sahen wir, wie die Menschen mit körperlichen Handicaps ihren Platz zum Betteln vorbereiteten. Das ist Addis Abeba, die „Blume“.

Die äthiopischen Schwestern sind gerade alle hier in Addis zu Exerzitien. Sr. Lamberta aus Tansania sollte eigentlich am Donnerstag nach Hause ausreisen‎, ihre Zeit hier ist zu Ende. Doch nun gibt es Probleme beim Ausreisevisum und wir mussten wieder einmal umbuchen, wegen irgendwelcher bürokratischen Schikanen. Zum Abholen des Stempels wurde sie zu der Zeit einbestellt, die auf ihrem Flugticket als Abflugzeit gekennzeichnet ist. Naja, nun haben wir dafür noch ein wenig mehr Zeit zum Erzählen.

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